Der Bedarf ist ausgewiesen: Schon 2009 hätte der Bund einen Viertel an die öffentlichen Berufsbildungskosten beisteuern sollen. Dieses Ziel, verankert im eidg. Berufsbildungsgesetz, wurde bislang deutlich verfehlt. Die vom Bundesrat vorgelegte Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation für das Jahr 2012 hätte diesen Missstand erneut nicht beseitigt.
Dass man für eine ausreichende Bildungsfinanzierung besser nicht auf die Landesregierung wartet, sieht offensichtlich auch das Parlament so. Schon bei der letzten BFI-Botschaft musste der knausrige Antrag des Bundesrates kräftig nachgebessert werden. Nach ersten Verbesserungsschritten durch den Ständerat in der Frühjahrssession bekannte der Nationalrat heute Farbe und erhöhte den Finanzierungsrahmen für die Berufsbildung um weitere rund 50 Mio. Franken. Damit erreicht der Bund endlich den gesetzlich vorgegebenen Richtwert von 25 Prozent an den gesamten Berufsbildungskosten der öffentlichen Hand und sorgt für zusätzliche Mittel von insgesamt 100 Mio. Franken, die in den Kantonen nicht zuletzt für die Stärkung der Höheren Berufsbildung bislang fehlen.
Nach Überzeugung des KV Schweiz lassen sich Bildungsraum und Wissensplatz Schweiz nur gesamthaft entwickeln und stärken, eine bildungspolitische Binnenkonkurrenz um die Ressourcen zwischen Berufs- und Allgemeinbildung dagegen wäre kurzsichtig und würde verheerende Folgen mit sich bringen. Der heutige Vorentscheid ist darum nicht nur ein Erfolg für die Berufsbildung in der Schweiz. Eine breite Koalition aller bildungspolitischen Akteure im Nationalrat trägt damit auch dazu bei, dass Berufs- und Allgemeinbildung nicht gegeneinander ausgespielt werden.





