Newsletter Nr. 4-2010

UBS: «Alle Angestellten sollen am Erfolg teilhaben»

Die UBS-Aktionäre haben die Vergütungen 2009 mit rund 55 Prozent Ja-Stimmen genehmigt. Das Salärsystem bleibt aber umstritten, wie die Diskussionen gezeigt haben. Barbara Gisi, Leiterin Angestelltenpolitik des KV Schweiz, war an der UBS-GV vom Mittwoch, 14. April in Basel dabei.

Barbara Gisi, wie haben Sie die Stimmung an der UBS-GV erlebt?

Es ging eigentlich normal und gesittet zu und her, auch wenn in den stundenlangen Diskussionen einige harte Voten fielen. Doch vor allem Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger konnte immer wieder mit humorvollen Antworten kontern. Die Vergütungen waren aber sehr umstritten, und die Stimmung im Saal deutete eher auf ein Nein hin.

 

Dennoch haben die Aktionäre den Vergütungsbericht und damit die hohen Boni für das oberste Management genehmigt; was waren für Sie die Gründe dafür?

Kaspar Villiger wies immer wieder auf den Markt hin, der eben solche Entschädigungen erfordere. Sinngemäss versuchte Villiger den Aktionären deutlich zu machen, dass sie die Entschädigungen genehmigen müssten, wenn sie auch künftig eine Dividende erhalten wollten. Doch die fast 40 Prozent Nein-Stimmen sollten dem Management eigentlich zu denken geben. Vor allem die hohen Boni, die jeglichen Bezug zur Wirklichkeit vermissen lassen, werden immer weniger verstanden.

 

Der KV Schweiz lehnte das Salärsystem der UBS ab - warum?

Weil das System abgehoben und intransparent ist. Es beinhaltet keine gerechte Beteiligung aller Mitarbeitenden, die zum Erfolg der Bank beigetragen haben. Wir sind durchaus dafür, Leistung zu anerkennen; das sollte jedoch auf faire, transparente und verhältnismässige Weise geschehen. Konkret: das Fixum muss in jedem Fall den Hauptbestandteil des Lohns bilden. Alle Angestellten sollen ausgewogen am Erfolg teilhaben.

 

Was erwartet der KV Schweiz nun von der UBS?

Dass sie mit Fairness und einer klaren Haltung sowie Wertschätzung gegenüber dem Personal auftritt und sich zum Standort Schweiz bekennt. Das Personal soll vom Unternehmen fit gemacht werden für die Herausforderungen der Zukunft, die in der Finanzbranche anstehen. Und die UBS sollte sich weiter steigern in der konkreten Umsetzung der Sozialpartnerschaft.