Context 1/2 2008 | 28. Januar 2008

Gute Berufsaussichten

Der grösste Teil der kaufmännischen Lehrabgänger/innen des letzten Sommers hat klare Zukunftspläne. Das zeigt eine Umfrage des KV Schweiz.

 

Bereits zum zweiten Mal befragte der KV Schweiz vergangenen Oktober Lehrabgänger/innen der kaufmännischen Berufe zu ihrer Zukunft. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor: Insgesamt waren zum Zeitpunkt der Befragung 84,3 Prozent der Lehrabgänger/innen erwerbstätig, das ist gegenüber dem Vorjahr (79 Prozent) eine deutliche Steigerung. «Die Ergebnisse zeigen, dass auch die Lernenden von der Entspannung am Arbeitsmarkt profitieren», sagt Eva Heinimann, die für den KV Schweiz mit der Auswertung der Studie betraut ist. Ein reibungsloser Übergang in die Arbeitswelt ist allerdings nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. Dies drückt sich in der subjektiven Empfindung der Lehrabgänger/innen aus: Über 80 Prozent empfinden die Stellensuche als schwierig.

Weitaus die grössten Chancen, vom Lehrbetrieb übernommen zu werden, haben Jungkaufleute der Banken und Versicherungen: Rund 70 Prozent erhalten eine Festanstellung, 15 Prozent eine befristete Anstellung. Am schlechtesten stehen die Chancen für eine Weiterbeschäftigung im öffentlichen Bereich. Das liegt laut Eva Heinimann in erster Linie daran, dass die Banken praktisch nur noch für den Eigenbedarf ausgebildet haben, wäh-rend insbesondere der öffentliche Bereich unter dem Druck des Lehrstellenmangels zusätzliche Lehrstellen geschaffen hat.

Längst nicht alle Lehrabgänger/innen ohne Stelle bezeichnen sich indes als arbeitslos. Viele (36 Prozent) absolvieren eine Weiterbildung oder eine neue Ausbildung, andere (17 Prozent) einen Sprachaufenthalt. Andere sind in der RS, geniessen bewusst einen längeren Urlaub oder haben bereits eine Stelle gefunden, diese aber noch nicht angetreten. Als arbeitslos deklarierte sich lediglich jede/r fünfte der nicht erwerbstätigen Lehrabgänger/innen. Hier allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Profilen: Während 27 Prozent der Abgänger/innen mit B-Profil aktiv auf Stellensuche sind, sind es beim E-Profil 15 Prozent und beim M-Profil lediglich noch 7 Prozent.

Erstmals wurde die Umfrage vergangenes Jahr auch bei Abgänger/innen des Detailhandels durchgeführt. Die Ergebnisse sind in etwa vergleichbar: 87 Prozent haben eine Stelle gefunden, gut zwei Drittel davon eine Festanstellung. ibo

 

Nr. 1/2 | 28. Januar 2008