Context. 15/07 10. August 2007

FOKUS

Starkes Profil

Lehrlingsumfrage

Bessere Chancen

Kurz vor der Lehrabschlussprüfung hat der Kaufmännische Verband Schweiz seine Erhebung über die berufliche Perspektive nach der Lehre durchgeführt. Befragt wurden rund 4000 KV-Stift/innen und 1600 Lernende aus dem Detailhandel. Die Ergebnisse liegen seit dieser Woche vor und die Zahlen zeigen eine erfreuliche Entwicklung: Hatten bei der Untersuchung im letzten Jahr nur gerade 46 Prozent aller Befragten bereits im Mai einen Vertrag für eine Arbeitsstelle, waren es in diesem Jahr 57,4 Prozent für den kaufmännischen Bereich und 54,8 Prozent für den Detailhandel. Trotz dieser Verbesserung scheint der Sprung in die Arbeitswelt für viele Lernende aber immer noch schwierig zu sein. Nur gerade 3 Prozent aller Befragten erklären, die Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle sei kein Problem. Dagegen geben rund drei Viertel aller Befragten an, dass sie die Jobsuche als schwierig erleben. Besorgnis erregend: Um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, wären rund 60 Prozent aller Befragten sogar bereit, nach der Lehre ein Praktikum zu machen. Interessant sind auch die Angaben über die Arbeitgeber: So war per Ende Mai für rund 80 Prozent der Lehrabgänger/innen der alte Arbeitgeber gleichzeitig ihr neuer, nämlich der Lehrbetrieb. Nur wenigen ist der Sprung in ein neues Umfeld gelungen.
Viele erhalten nach der Lehre noch keinen festen Vertrag. Jeder Dritte steht in einem befristeten Arbeitsverhältnis. Sechzig Prozent verfügen nach der Lehre über einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Im Detailhandel haben etwas mehr Lehrabgänger/innen einen unbefristeten Vertrag, nämlich rund 68,9 Prozent.
Unterschiede zeigen sich auch in den Branchen: So haben 79,9 Prozent der Lernenden, die eine Lehre bei einer Bank oder Versicherung gemacht haben, im Mai bereits eine Stelle. Im öffentlichen Bereich sind es 48,1 Prozent, in der Dienstleistung/Industrie 49,5 Prozent. Im Bereich Handel und Treuhand hat gut die Hälfte zur Zeit der Befragung einen Arbeitsvertrag. Die Befragungen sollen noch einmal im Oktober und dann wieder in einem Jahr durchgeführt werden, um zu sehen wie sich die Situation der jungen Berufsleute verändert hat. 

     

    Zur Förderung der Berufsbildung in der Schweiz startete am 30. Juli die nationale Berufsbildungskampagne BERUFSBILDUNGPLUS.CH. Die Kampagne ist auf drei Jahre konzipiert und will die Berufsbildung gegenüber Betrieben sowie gegenüber Jugendlichen und Erwachsenen als «Weg der Profis» positionieren und profilieren. Die Marke BERUFSBILDUNGPLUS.CH schafft einen konzentrierten Auftritt in der Öffentlichkeit. Sie kann von allen Akteuren der Berufsbildung genutzt werden.
     
    Ziele der Kampagne:
    - zur Integration von Jugendlichen in die Berufsbildung beitragen;
    - leistungsstarke Schulabgänger/innen für die Berufsbildung gewinnen;
    - die Bereitschaft der Unternehmen fördern, Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen und damit den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu decken;
    - die Attraktivität der Berufsbildung hervorheben und auf die Vielzahl von Karrierechancen hinweisen.
     
    Pro Jahr wird ein Themenschwerpunkt gesetzt. 2007 liegt der Fokus auf der beruflichen Grundbildung. In den kommenden Jahren folgen Berufsmaturität und höhere Berufsbildung.
     
    Website im Mittelpunkt
    Kernstück der Kampagne ist das Internet-Portal www.berufsbildungplus.ch. Dieses ist als Wegweiser zu den verschiedenen Angeboten der Berufsbildung konzipiert. Zudem bietet das Portal Informationen zu den verschiedenen Teilbereichen der Berufsbildung. Für Kommunikations- und Marketingmassnahmen der Kantone und Organisationen der Arbeitswelt steht auf dem Portal Kampagnenmaterial bereit. Zum Kampagnenstart animiert ein landesweiter Plakataushang dazu, die neue Website zu besuchen. http://www.berufsbildungplus.ch/

     

    Bewerbungsplattform

    KV Schweiz hilft beim Berufseinstieg
     
    Tausende von Lernenden haben in diesen Tagen ihre Ausbildung beendet. Die bestandene Lehrabschlussprüfung bedeutet auch das Ende des Arbeitsvertrages. Noch immer ist der Übergang von der Lehre in das Berufsleben für zahlreiche junge Berufsleute alles andere als einfach, obwohl die konjunkturelle Situation heute entspannter ist (siehe dazu auch Artikel «Bessere Chancen» auf dieser Seite). All jenen, die nun kurz nach Abschluss der Lehre stehen und sich bisher vergeblich um eine Anstellung bemüht haben, bietet der KV Schweiz seit neuestem eine Bewerbungsplattform an: unter www.jobeinstieg.ch können Lehrabgänger/innen, die kürzlich ihre kaufmännische Grundbildung oder ihre Grundbildung im Detailhandel abgeschlossen haben, kostenlos ihr Bewerbungsprofil schalten. Diese Bewerbungsplattform für Lehrabgänger/innen ist in der Deutschschweiz vor wenigen Tagen als Pilotprojekt gestartet. Geplant ist eine analoge Bewerbungsplattform für die französische Schweiz, die im Herbst aufgeschaltet wird. 
    Der Kaufmännische Verband Schweiz versteht dieses Projekt als «Matching-Hilfe», quasi eine niederschwellige Kontaktbörse zwischen Lehrabgänger/innen und Arbeitgebenden. Diesen soll es mit dem neuen Angebot erleichtert werden, Berufseinsteiger/innen einzustellen. Auf der Plattform können Unternehmen, die eine Person - suchen, sich kostenlos informieren. Seit - wenigen Tagen ist http://www.jobeinstieg.ch/  aufgeschaltet und sie wird rege benutzt: Fast dreihundert Abgänger/innen hatten sich per Ende Juli eingeschrieben. Zahlreiche Unternehmen haben darauf reagiert: Innerhalb der ersten Woche sind seitens der - Arbeitgeber über zweihundert Kontaktnahmen erfolgt.
    http://www.jobeinstieg.ch/