Context 06 / 2007 | 16. März 2007

Learning in down under

Englisch ist klar Business-Sprache Nummer eins. Ob man es in Australien, Grossbritannien, Kanada oder Südafrika lernt, ist abhängig von Alter und Absicht.
Text: Therese Jäggi

Corinne Blumer ist, wie sie von sich selber sagt, angefressen von Australien. Acht Mal war die Marketingmanagerin von Cosmolingua bereits dort. Was sie besonders fasziniere, seien nicht einmal hauptsächlich die Schönheit und Weite der Landschaft, von der viele ihrer Kunden schwärmten, sondern die extrem kontaktfreundlichenMenschen und deren besonderer Humor. Sie habe einfach immer wieder ein starkes Bedürfnis, für eine gewisse Zeit nach Australien zu reisen. Diese Vorliebe sei gewiss nicht besonders originell, räumt Corinne Blumer ein, denn laut einer im Januar 2007 durchgeführten Mitgliederumfrage von SALTA, dem Verband der Sprachreise-Veranstalter in der Schweiz, ist Australien das beliebteste Land für Sprachreisen, gefolgt von Grossbritannien, Frankreich und Kanada.

Australien ist laut Corinne Blumer für einen Sprachaufenthalt besonders beliebt bei jüngeren Leuten. Gefragt seien Corinne Blumer ist, wie sie von sich selber sagt, angefressen von Australien. Acht Mal war die Marketingmanagerin von Cosmolingua bereits dort. Was sie besonders fasziniere, seien nicht einmal hauptsächlich die Schönheit und Weite der Landschaft, von der viele ihrer Kunden schwärmten, sondern die extrem kontaktfreundlichen Menschen und deren besonderer Humor. Sie habe einfach immer wieder ein starkes Bedürfnis, für eine gewisse Zeit nach Australien zu reisen. Diese Vorliebe sei gewiss nicht besonders originell, räumt Corinne Blumer ein, denn laut einer im Januar 2007 durchgeführten Mitgliederumfrage von SALTA, dem Verband der Sprachreise-Veranstalter in der Schweiz, ist Australien das beliebteste Land für Sprachreisen, gefolgt von Grossbritannien, Frankreich und Kanada.

Australien ist laut Corinne Blumer für einen Sprachaufenthalt besonders beliebt bei jüngeren Leuten. Gefragt seien Vorbereitungskurse für die Cambridge-Examen «First Certificate in English» (FCE) oder das weiter führende «Advanced Certificate in English» (CAE). Die Kurse dauern rund zwölf Wochen zu 25 Lektionen. Im Hinblick auf eine zukünftige Karriere machten sich beide Abschlüsse gut in einem Curriculum Vitae, ist Corinne Blumer überzeugt.

 

Unterschiedliche Bedürfnisse

Bei 70 bis 80 Prozent der Sprachaufenthalte geht es laut Max Wey, Geschäftsführer von Boa Lingua Business Class, um Englisch. Er staune immer wieder, wie mangelhaft sogar Angestellte des mittleren oder oberen Kaders die Fremdsprache Nummer eins beherrschten. «Häufig sind das Leute Mitte dreissig, die während der letzten Jahre viel in ihre fachliche Weiterbildung investiert haben, doch Fremdsprachen kamen dabei zu kurz.» Wer mitten in der Karriere steht, hat in der Regel keine Zeit mehr, nach Australien zu reisen, abgesehen von ein paar wenigen Ausnahmen, die laut Max Wey entweder geschäftlich dort zu tun haben oder ein Sabbatical einlegen. Allen anderen Businessleuten mit wenig Zeit wird ein massgeschneiderter Kurzaufenthalt in Grossbritannien empfohlen, «Englisch intravenös», wie es Max Wey nennt. Das heisst 30 Lektionen pro Woche in kleinen Gruppen oder im Einzelunterricht. Zur Organisation eines solchen Aufenthaltes gehört nicht nur die Unterkunft bei einer standesgemässen Gastfamilie, sondern auch «ein über das Disco-Pub-Niveau hinausgehendes Freizeitprogramm», also beispielsweise Aktivitäten mit kulturellem Inhalt wie Stadtführungen, Besuche von Musicals, Theatern und Museen oder Ausflüge zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten.

Laut SALTA-Umfrage ist die Nachfrage nach Sprachaufenthalten im Ausland steigend. Die Gründe dafür liegen gemäss dem Branchenverband vor allem in der positiven Wirtschaftsentwicklung sowie in der steigenden Nachfrage nach qualifizierten, mehrsprachigen Arbeitskräften. Viele Erwerbstätige investierten heute mehr Zeit in den Ausbau ihrer sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten, um ihre Berufschancen zu verbessern. «Im Zuge der Internationalisierung der Schweizer Wirtschaft reicht eine Fremdsprache vielfach nicht mehr aus, weshalb eine zweite Fremdsprache heute oft zum Anforderungsprofil gehört.»

 

Attraktive Prüfungskurse

Auch Andrea Gerber, Geschäftsleitungsmitglied von Pro Linguis, stellt einen Australien-Boom fest. Die Interessenten hätten häufig soeben ihr Studium abgeschlossen oder seien bereits ein oder zwei Jahre berufstätig gewesen und nutzten die Zeit zwischen zwei Jobs für einen längeren Sprachaufenthalt. Im Hinblick auf eine spätere Karriere seien die Cambridge-Examen sicher vorteilhaft. «Diese Abschlüsse sind bei Personalfachleuten gut bekannt. Sie wissen damit genau, was für Sprachkenntnisse sie von den Kandidaten erwarten können.»

Bei Sprachaufenthalten von zwei bis drei Wochen für Geschäftsleute gehe es um ganz andere Dinge. Diese hätten keine Examen oder Abschlüsse mehr nötig, viel mehr müssten sie innert nützlicher Frist möglichst praxisorientiert lernen. Vermittelt wird also beispielsweise, wie man eine Präsentation vorbereitet, ein Telefongespräch führt oder ein Businesskonzept formuliert. Am meisten profitierten die Kunden, wenn sie in einer Gastfamilie untergebracht seien, ist auch Andrea Gerber überzeugt. «Wir achten darauf, dass die Gastgeber wenn möglich in der gleichen Branche tätig sind, so ergeben sich vielfältige Lernmöglichkeiten über den eigentlichen Unterricht hinaus.»

Welche anderen Sprachen ausser Englisch werden aus beruflichen Gründen sonst noch gelernt? «Französisch ist weiterhin gefragt, wenn auch bedeutend weniger als Englisch», sagt Andrea Gerber. Die neueren Abschlüsse «DELF» und «DALF» hätten das «Alliance Française»-Diplom praktisch ersetzt und seien mittlerweile in der Arbeitswelt weitgehend anerkannt. Nur gering sei das Interesse an Sprachen wie Chinesisch und Japanisch. Natürlich gebe es Geschäftsleute, welche zumindest ansatzweise solche exotischen Sprachen lernen wollten, doch gehe es dabei mehr darum, die fremde Kultur verstehen zu lernen und Spielregeln für Geschäftsbeziehungen zu entwickeln.

 

Kanadabeliebter als USA

«Einmal für längere Zeit auf der anderen Seite der Erde sein» - so umschreibt Angela Graf, Abteilungsleiterin von LAL Sprachreisen in Basel, die Vorliebe vieler Leute für Australien. Hinzu kommen ihrer Meinung nach die relativ geringen Lebenskosten sowie einmalige Landschaften und Strände. Als Destinationen für Intensivkurse nennt sie an erster Stelle Grossbritannien, aber auch Malta, Südafrika und Kanada. Zugelegt an Beliebtheit hätten hier für gestandene Geschäftsleute Toronto und bei einem eher jüngeren Publikum Vancouver. Der Anteil von Businesskunden mit Interesse für Fremdsprachen wie Arabisch, Russisch, Japanisch oder Chinesisch ist auch laut Angela Graf sehr gering.

Bei Dr. Steinfels Sprachreisen rangiert England - Australien-Boom hin oder her - noch immer zuoberst auf der Beliebtheitsskala. Auffällig scheint Duri Bardola, dem Geschäftsführer mit langjähriger Berufserfahrung, dass Kanada auf Kosten der USA beliebter geworden ist. Bardola führt das auf politische Gründe zurück. «Viele können sich nicht begeistern für die Regierung Bush.» Ein Sprachaufenthalt in den USA sei mit zahlreichen Formalitäten verbunden. Man müsse nach Bern reisen, um ein Visum zu beantragen und dabei ein zeitaufwändiges Interview über sich ergehen lassen. Eine leichte Zunahme stellt Bardola beim Interesse für Sprachaufenthalte in China fest. Dabei handle es sich aber meistens um Leute, die bereits hier mit dem Erlernen der Spache begonnen hätten und diese Kenntnisse bei einem Aufenthalt in China vertiefen wollten. Ansonsten geht der Sprachreise-Trend laut Duri Bardola in Richtung Aufenthalte in Kombination mit Freizeitaktivitäten, zum Beispiel Englisch plus Surfen oder Spanisch plus Salsa oder Tango.

 

Tipps und Infos

in Sprachaufenthalt im Ausland erfordert eine gründliche Planung. Das Angebot an Sprachschulen, Destinationen und Anbietern macht die Entscheidung nicht leicht. Nützliche Tipps und Infos: www.sprachaufenthalte.com

 

Rabatt für KV-Mitglieder

Die SprachReiseZentrale in Zürich bietet weltweit 245 Sprachschulen an, davon 22 in Australien. KV-Mitglieder erhalten einen Rabatt von CHF 100.- pro Buchung. Bitte Mitgliedernummer angeben: www.srz.ch

 

Bürgt für Qualität

SALTA (Swiss Association of Language Travel Agents) ist der offizielle Verband der Sprachreise-Veranstalter in der Schweiz. Er wurde 2003 mit dem Ziel gegründet, für Konsumenten verständliche und einheitliche Qualitätsrichtlinien zu schaffen und deren Einhaltung zu prüfen. SALTA-Mitglieder gewährleisten ihren Kunden damit die grösstmögliche Sicherheit in Bezug auf Qualität und Seriosität ihrer Dienstleistungen und der angebotenen Sprachschulen. Voraussetzung für die Aufnahme eines Sprachreise-Veranstalters bei SALTA ist die Mitgliedschaft beim Garantiefonds der Schweizer Reisebranche.