Der Verkauf ist nach wie vor einer der grössten privatwirtschaftlichen Sektoren in der Schweiz, auch wenn die Zahl der Arbeitspätze im Laufe der letzten Jahre kontinuierlich gesunken ist.
Die Schweiz gilt als reiche Hochpreisinsel. 2008 gaben die Konsumentinnen und Konsumenten 95 Milliarden Franken im Detailhandel aus, davon 46 Milliarden für Lebensmittel und 49 Milliarden für Non-Food. Dazu kommen die Umsätze im übrigen Verkauf wie Callcenter und Aussendienst. Im Kampf um diese enorme Kaufkraft diversifiziert der Detailhandel seine Angebote ständig. Die Folgen sind Margendruck und übersättigte Märkte. Diesen entfesselten Wettbewerb bekommen auch die Beschäftigten direkt zu spüren. Als langjähriger Sozialpartner von Coop, Migros und der Globus-Gruppe kennt der KV Schweiz die Situation der Angestellten im Detailhandel.
Zwischen 1991 und 2006 ging jede fünfte Stelle verloren. Zurzeit arbeiten im Detailhandel noch 350'000 Personen, davon sind rund 24'000 Lernende. Jeder zwölfter Arbeitsplatz in der Schweiz findet sich somit im Detailhandel.
Doch nicht nur Jobs verschwinden, auch bekannte Namen fallen der Flurbereinigung zum Opfer oder werden übernommen- man denke nur an Pick Pay, Primo, Visavis, Usego und Epa. Dieser Trend dürfte sich angesichts der Markteintritts der Harddiscounter Aldi und Lidl fortsetzen. Gleichzeitig verstärkt sich die Tendenz zu grösseren Geschäftsflächen mit mehr Automatisierung und weniger Beschäftigten.
Allerdings ist der Detailhandel je nach Sortiment und Ladengrösse sehr unterschiedlich von dieser Entwicklung betroffen. So schätzt eine aktuelle Studie der Credit Suisse insbesondere die Perspektiven für die Discounter (Aldi, Lidl) und die Grossverteiler (Migros, Coop) als sehr gut ein. Ebenfalls günstig sieht es für Bekleidungs- und Schuhläden aus. Eher stagnieren dürften hingegen Wohnbedarfsgeschäfte, Sportläden und traditionelle Warenhäuser.
Diese Devise ist in den letzten Jahren zum Schlagwort geworden. Gemeint ist, dass die Kundschaft des Detailhandels immer kostenbewusster einkauft. Neue Discounter verschärfen den Preisdruck zusätzlich. Dabei wird insbesondere den Verkaufsangestellten mehr Leistung und Flexibilität abverlangt.
Doch auf der Lohnseite bewegt sich kaum etwas; trotz unregelmässiger Arbeitszeiten, Arbeit auf Abruf, überlanger Arbeitstage und verordneter Arbeitsunterbrüche sind die Arbeitnehmenden im Detailhandel im Vergleich zu anderen Branchen punkto Entlöhnung nach wie vor benachteiligt.
Auch das Versicherungswesen weist Elemente der klassischen Verkaufsbranche auf, was unter anderem in der Info-Schrift „Personal im Verkauf – das müssen Sie wissen“ zum Ausdruck gebracht wird.
Der KV Schweiz und der Schweizerische Verband der Versicherungs-Inspektoren und -Agenten (SVVIA) pflegen einen regelmässigen Austausch. In einzelnen Geschäften nimmt der KV Schweiz die Interessen und Anliegen des SVVIA wahr und vertritt sie an entsprechender Stelle.
Die neue Info-Schrift des KV Schweiz beleuchtet den Verkauf in einem weit gefassten Rahmen. Sie beantwortet Fragen...
- ... zu rechtlichen Aspekten rund um den Verkauf.
- ... zum den Typen und Trends bei den Verkaufsgeschäften.
- ... zu unterschiedlichen Lohnaspekten.
- ... zu Ladenöffnungs- und Arbeitszeit.
- ... zum Umgang mit schwieriger Kundschaft.
- ... zur Verkaufsarbeit in Callcentern und im Direktverkauf.
- ... zur Überwachung von Mitarbeitenden.
- ... zur Gesundheit am Arbeitsplatz.
- ... zu Aus- und Weiterbildungen im Detailhandel.
- ... zur Karriere im Detailhandel.
Die Info-Schrift des KV Schweiz will damit Verkäuferinnen und Verkäufern ein Instrument in die Hand geben, ihre Rechte besser zu kennen und auch durchzusetzen. Sie behandelt Themen wie
- ... Vertragsabschluss und Kündigung.
- ... Arbeitszeit und Ferien.
- ... Rechte und Pflichten.
- ... Entlöhnung und Lohnfortzahlung.
- ... Sozialleistungen und Vorsorge.
- ... Überzeit und Überstunden
- ... Abendarbeit und Nachtarbeit